60 Jahre DEULA Rheinland-Pfalz
Ottwin Seifert, Vize-Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Lehranstalten für Agrartechnik, ist seit 25 Jahren bei der DEULA in Bad Kreuznach tätig, seit 1994 als Geschäftsführer
Am 1. Februar 1949 nahm die DEULA-Schule in Rheinland-Pfalz nach dem 2. Weltkrieg ihre Arbeit wieder auf. Der erste Standort in Sinzig am Rhein wurde jedoch schon bald zu klein. Die Verantwortlichen entschlossen sich deshalb, in Alsenz eine Außenstelle zu errichten. Dort wurde ab 1952 kräftig investiert und erweitert, das Lehrgangsangebot den modernen Ausbildungsanforderungen angepasst. Ab 1964 gehörte der Besuch der DEULA für alle Auszubildenden im grünen Bereich zum Pflichtprogramm.
Gute und schlechte Jahre
1979 wurde im zentraler gelegenen Bad Kreuznach der Grundstein für ein DEULA Bildungszentrum moderner Prägung gelegt. Mitte der achtziger Jahre brachte es die DEULA am neuen Standort auf bis zu 22.000 Lehrgangstage. Ab 1987 folgten schwierige Jahre, die nachlassende Teilnehmerzahl brachte die DEULA in Bedrängnis. Mit neuen Lehrgangsangeboten öffnete sich die DEULA deshalb auch für andere Berufsgruppen und erschloss sich somit neue, überlebenswichtige Einnahmequellen. 1994 wurde die DEULA aus dem KTBL ausgegliedert und die DEULA Rheinland-Pfalz GmbH – Bildungszentrum für Agrar- und Umwelttechnik gegründet. Die Gesellschafter sind das Land Rheinland-Pfalz mit 90 Prozent und die Landwirtschaftskammer mit 10 Prozent.
Ein Lern- und Lehrkonzept setzt sich durch
60 Jahre DEULA Rheinland-Pfalz und 25 Jahre DEULA Bad Kreuznach – das Konzept „Lernen durch Begreifen“ hat sich durchgesetzt und ist heute noch ebenso modern wie früher. Da die DEULA nicht von Zuschüssen lebt, muss sie ihre Kosten von knapp zwei Millionen Euro jährlich durch den Internatbetrieb und die Lehrgänge selbst finanzieren. Einnahmen erzielt die DEULA beispielsweise durch den ausgelagerten Berufsschulunterricht und die überbetriebliche Ausbildung. Gärtner, Winzer und Landwirte aus Rheinland-Pfalz, dem Saarland, teils aus Hessen und Baden-Württemberg werden in Bad Kreuznach im Fach Technik unterrichtet.
Breit gefächertes Angebot
Das Bildungszentrum verzeichnete im vergangenen Jahr rund 20.000 Lehrgangstage, die von knapp 1.900 Auszubildenden sowie von vielen weiteren tausenden Lehrgangsteilnehmern durchlaufen wurden. Darüber hinaus sind 70 Schüler des DLR in der DEULA fest eingemietet, seit die Weinbauschule ihr Internat geschlossen hat. Gut besucht sind Lehrgänge wie AS Baum I und II, die in Zusammenarbeit mit den Berufsgenossenschaften durchgeführt werden. Lehrgänge zu den Themen Schweißen, Seilklettertechnik, Ladungssicherung, Hubarbeitsbühnentechnik oder Baustellensicherung vervollständigen das Angebot. Ein Schwerpunkt bilden die Fahrschule aller Klassen sowie die Fortbildung für Berufskraftfahrer.
Hoher Standard lockt Gäste
„Darüber hinaus sind wir stets bemüht, unsere Kapazitäten mit Sonderlehrgängen oder überbetrieblichen Weiterbildungsangeboten, beispielsweise mit Labor- und Elektrokursen für Umwelttechnische Berufe, auszulasten“, erläutert Ottwin Seifert, der seit 1984 für die DEULA und seit 1994 als Geschäftsführer in Bad Kreuznach tätig ist und deshalb in diesem Jahr auch ein persönliches Jubiläum feiern darf. Manchmal wird das Internat auch an den Wochenenden genutzt, etwa bei sportlichen Großveranstaltungen oder wenn Winzer bei ihren Hoffesten an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. „Wir müssen stets die Trends erkennen und mit gut geschultem Personal optimale Arbeit abliefern. Der hohe Standard unseres Bildungszentrums macht die DEULA für weite Kreise unserer Region zu einem attraktiven Veranstaltungsort.“








